Aktuelles

Veranstaltunghinweis: Am 9. November ist World Usability Day

20. Oktober 2017

Am 9. November findet der World Usability Day auch wieder in Siegen statt. Organisiert wird er diesmal vom Kompetenzzentrum Usability, der Universität Siegen und conception. Ab 17 Uhr gibt es ein spannendes Programm aus Vorträgen, Workshops und Demos. Dazwischen ist natürlich auch ausreichend Zeit zum Netzwerken. Wir sind diesmal mit zwei Workshop zum Thema „Mirror, mirror on the wall: Who’s the smartest of them all? Gestalte deinen smarten Spiegel“ und „Cultural Probes als Instrument für inklusives Design“ und dem Fab Lab Siegen vertreten. Kommt vorbei und seid kreativ! Die Anmeldung ist ab sofort hier möglich. Wir freuen uns auf euch!

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Pepper, der neue Kollege im Altenheim

21. August 2017

Der Roboter Pepper ist seit kurzem bei uns am Lehrstuhl. Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Alternden Gesellschaft machen ihn fit für seinen Einsatz im Altenheim.

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Fotos (Universität Siegen): Sebastian Hofheinz, Studentin Jennifer Blazejak und Dr. Rainer Wieching zusammen mit Pepper im Forschungswohnzimmer (v.l.)

Er kann Pantomime spielen, High Five geben, tanzen und Witze reißen. Dabei ist Pepper ein Roboter. 1,20 Meter ist er groß und bewegt sich auf Rollen. Seine großen Augen sehen freundlich aus und leuchten in verschiedenen Farben. Er ist extra kindlich konstruiert, damit Menschen keine Angst vor ihm haben. Wenn man ihm über den Kopf streichelt, fängt er an zu kichern und spricht: „Ich bin heute so kitzelig.“ Pepper ist seit zwei Monaten im Forschungswohnzimmer (X-LAB) an der Universität Siegen zu Hause. Die WissenschaftlerInnen vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien (Prof. Dr. Volker Wulf) und Studierende aus dem Masterstudiengang Human Computer Interaction (HCI) haben Großes mit dem Kleinen vor: Pepper soll schon bald im Altersheim zum Einsatz kommen, soll die älteren Menschen unterhalten, mit ihnen Rätsel raten, Musik spielen und ihnen die Zeit vertreiben, wenn die Pfleger mit anderen Aufgaben beschäftigt sind.

Pepper hat Sensoren am Kopf und an den Fingern, kann hören, sehen, sprechen und sogar Stimmlagen und Emotionen erkennen. Entwickelt wurde der Roboter in Frankreich, dann nach Japan verkauft und auf den Massenmarkt gebracht. In der japanischen Sprache fühlt er sich deshalb am wohlsten. In Siegen lernt Pepper, wie er auch im Deutschen auf Alltagssituationen reagieren kann.

Einen ersten Besuch hat Pepper dem Marienheim in Siegen-Weidenau schon abgestattet. Die Heimleitung und das Pflegepersonal waren sofort begeistert, die Bewohner am Anfang eher skeptisch. Spätestens nachdem Pepper das Alter der Senioren erraten sollte und manchmal um ein paar Jahrzehnte daneben lag, war das Eis gebrochen. „Die Erfahrung zeigt, dass die Senioren sehr schnell neugierig werden und merken, dass sie Spaß mit Pepper haben können und dadurch steigt sofort die Akzeptanz“, erzählt Projektleiter Dr. Rainer Wieching. Wenn Pepper zum Beispiel anfängt zu tanzen, schauen sich die Senioren die Bewegungen ab und machen dann lachend die Armbewegungen oder Tai-Chi Übungen nach.

Der Roboter soll mit den Senioren Sturz-Prävention üben

Pantomime kann Pepper schon jetzt spielen. Die Senioren können raten und ihre Antwort auf Peppers Tablet eintippen, das am Bauch befestigt ist. In Anlehnung an das Galgenmännchen-Spiel können sie es so lange versuchen, bis das Galgenmännchen komplett ist. „In Gesprächen mit den Senioren und den Pflegekräften haben wir erfahren, dass die älteren Menschen vor allem Gedächtnis-Spiele ausprobieren möchten, um sich die Zeit zu vertreiben. Also haben wir extra für diese Bedürfnisse etwas programmiert“, erklärt Dr. Wieching. Eine studentische Gruppe aus dem HCI-Masterstudiengang hat in seinem Seminar die Funktionen dafür entwickelt. „Uns ist besonders wichtig, dass wir immer vorab mit den Nutzern sprechen, um deren Bedürfnisse und Alltagspraktiken zu erfahren. Wir können uns nur bedingt in ihre Welt hineinversetzen, also sagen die Senioren und Pflegekräfte uns, was sie sich wünschen und was ihr Leben einfacher machen kann.“

Pepper soll nicht nur gute Laune verbreiten. Er soll den Senioren in Zukunft auch dabei helfen, körperliche Übungen zur Prävention von Stürzen durchzuführen. Der Roboter soll die Senioren aktiv ansprechen und zum Mitmachen motivieren, die Übungen erklären und mit positiven Kommentaren oder Tipps helfen.

Roboter sollen Pflegekräfte niemals ersetzen

In Japan ist der demographische Wandel bereits deutlich weiter fortgeschritten als im Rest der Welt. Dort arbeitet Pepper auch schon in Shops und Supermärkten, zeigt den Kunden den Weg zum Produkt oder informiert über Preise und Inhaltsstoffe. Manche Familien haben ihn sogar schon privat gekauft und leben mit ihm zu Hause. Generell seien Japaner Robotern gegenüber anders eingestellt als Deutsche, sagt Dr. Wieching und erklärt die kulturellen Unterschiede: „Viele Japaner glauben, dass auch Dinge eine Seele haben können, Roboter also auch. Deutsche fühlen sich eher durch die Technik bedroht und haben Angst, dass der Roboter wie im Science-Fiction Film dem Menschen gefährlich werden kann.“ Viele Pflegekräfte hätten auch Bedenken, dass die Roboter ihnen Arbeitsplätze wegnehmen würden. „Wir wollen Pflegekräfte niemals ersetzen“, sagt Wieching. Roboter und Menschen sollten vielmehr hybride Teams bilden und sich gegenseitig ergänzen.

Damit das klappt, müssten die Pflegekräfte den Roboter einfach und schnell über eine App auf die Bedürfnisse der Patienten einstellen können. Der Roboter muss sich gegenüber einer dementen Person zum Beispiel anders verhalten als bei jemanden, der nicht mehr gut gehen kann. „Das Ziel muss sein, dass Laien ohne Programmier- oder IT-Kenntnisse Pepper bedienen und konfigurieren können“, meint der Projektleiter. Daran arbeiten er und sein Team.

Was passiert, wenn Roboter immer stärker in unser Privatleben eintreten?

Das Rad neu erfinden, wollen sie bei alldem nicht. Die Siegener setzen vor allem auf Kooperationen mit der Fachhochschule Kiel und der Waseda Universität in Tokio, Japan. Die Japanischen Partner forschen gerade daran, wie die Akzeptanz der Menschen gegenüber Robotern im Alltagsleben noch erhöht werden kann, wenn diese zum Beispiel spirituelle Musik oder religiöse Symbole aus dem japanischen Kulturkreis benutzen, um die Menschen besser zu erreichen. „Wir müssen noch viel gemeinsam forschen, bis die Roboter uns semi-autonom oder sogar in Teilbereichen voll-autonom in der Pflege unterstützen können“, sagt Dr. Wieching. Es gehe in der Zukunft dann viel mehr auch um ethische, rechtliche und soziale Fragestellungen, nicht nur um Robotik-Programmierung.

An den Namen Pepper sollte sich der Siegener Roboter übrigens nicht allzu sehr gewöhnen. Denn beim Sommerfest des Marienheims am 27. August dürfen die Bewohner und Gäste ihm einen neuen Namen geben.

Abschlussveranstaltung SmartLive: Jetzt registrieren!

8. August 2017

Einblicke in 3 Jahre Forschung: Diskussionen, Demos und gemeinsamer Austausch

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Smart Home hat das Potenzial, zu einem der wichtigsten Eckpfeiler der vernetzten IT-Welt von morgen zu werden. Deshalb hat sich das Forschungsprojekt SmartLive in den letzten drei Jahren dem Thema aus nutzerzentrierter Perspektive gewidmet. Gemeinsam mit Unternehmen und Nutzern wurden dabei verschiedene Konzepte und Ansätzen entwickelt, um Smart Home-Produkte zielgruppengerechter zu gestalten.

Am 6. September findet in Berlin die Abschlussveranstaltungen des BMWi-geförderten Projekts statt, bei der es nicht nur um die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung gehen, sondern auch die Frage diskutiert werden soll, wo zukünftig die Reise für Akteure im Smart Home Markt hingehen kann. Neben einem Impulsvortrag von Thorsten Frackenpohl (noto) zum Thema „Tamed techology – Gestaltungsstrategien für das Leben mit smarten Produkten“ soll vor allem mit Testhaushalten über deren Smart Home-Erfahrungen diskutiert sowie Ansätze aufgezeigt werden, die Smart Home neu erlebbar machen.

Die Veranstaltung richtet sich an Stadtwerke, Energieversorger, Architekten, Versicherungen, Wohnungsbau, Smart Home-Startups, Pflegebranche, Smart Home-Hersteller, Softwareanbieter, Smart Home-Anbieter, Usability/UX-Dienstleister und Industriedesigner. Interessierte können sich auf der Veranstaltungsseite verbindlich anmelden.

Veranstaltung:
06. September 2017, 11.00-17.00 Uhr
Bosch Communication Centre
Bismarckstr. 71, 10627 Berlin

Programm zum Download

Zukunftskongress: „Technik zum Menschen bringen“

31. Juli 2017

ForscherInnen der Uni Siegen präsentierten ihre Arbeiten bei zweitägiger Veranstaltung des Bundesforschungsministeriums.

Technische Assistenzsysteme – vom Operationsroboter bis hin zum selbstfahrenden Auto – werden immer intelligenter und können teilweise selbstständig lernen. In Zukunft werden sie mehr Alltagsaufgaben übernehmen und die Menschen damit entlasten. Wie genau diese Zukunft aussehen kann, stand im Mittelpunkt des Zukunftskongresses „Technik zum Menschen bringen“, organisiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Ganz unterschiedliche Expertinnen und Experten aus den Ingenieurwissenschaften und der Robotik, der Philosophie und Psychologie sowie Informatiker, Neurowissenschaftler, Ärzte und Pflegekräfte beschäftigten sich mit den Chancen und Risiken, die diese innovativen Technologien mit sich bringen. Begleitet wurde der Kongress von einer Ausstellung, die spannende Einblicke in die aktuelle Forschung zur Mensch-Technik-Interaktion gab.

Mit dabei waren auch Projekte der Universität Siegen. Präsentiert wurden beim Zukunftskongress das Projekt MobiAssist, ein Trainingssystem zur Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Mobilität von Demenzpatienten, sowie ELISE (Forschungskolleg FokoS) ein interaktives und emotionssensitives Lernsystem, das als Planspiel in einer virtuellen Realität (VR) stattfindet. Auch Projekte an denen ForscherInnen der Universität Siegen beteiligt sind, wie KOLA, ein lichtbasiertes „Kommunikations-Assistenzsystemen“ für den Straßenverkehr und Sympartner, ein Projekt zu Verbesserung der Assistenzrobotik im häuslichen Umfeld, wurden vorgestellt.

David Unbehaun, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien bei Prof. Dr. Volker Wulf und Projektmitarbeiter im Projekt MobiAssist, war beim Zukunftskongress vor Ort und fand die Resonanz der Besucherinnen und Besucher enorm. „Das Feedback, vor allem von Menschen, die im pflegerischen Bereich tätig sind, auf unser Trainingssystem für Demenzpatienten, war sehr gut.“ Es wurde nachgefragt, ausprobiert und diskutiert. „Die Uni Siegen war durch die Projekte insgesamt stark repräsentiert“, freut sich David Unbehaun. Die Fachleute diskutierten bei dem Kongress unter anderem den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien, sodass der Mensch weiterhin die Kontrolle über die technischen Systeme behält.

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